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Innovation im Brand Color Management
Für effektives Brand Color Management ist eine hohe Farbtreue bei Sonderfarben notwendig, etwa bei der Erstellung von Verpackungen mittels Digitaldruck oder bei der Erstellung von digitalen Inkjet Proofs für konventionell gefertigte Packmittel (z.B. flexible Verpackungen, Faltschachteln, Kartonagen). Ebenso ist eine hohe Genauigkeit bei der Farbwiedergabe von Corporate Colors auf Textilien zunehmend nachgefragt. Viele Hersteller haben jedoch eigene Farbkollektionen für ihre Produkte herausgebracht.

Dieser Umstand bringt es mit sich, dass die Anzahl der weltweit gebräuchlichen Farbkollektionen sicher in die Tausende geht. Freie Farbberechnung ist hiermit kaum möglich, Farbvergleiche müssen von Hand ermittelt werden. Das Urheberrecht setzt der freien Verwendbarkeit weitere Grenzen.

Offene Farbkommunikation für konsistente Farbergebnisse

ColorGATE und freieFarbe e.V. arbeiten zusammen, um hierfür eine Lösung zu bieten: offene Kommunikation und Verwaltung von Sonderfarben auf Basis von mathematischen Farbmodellen und offenen Standards.

Farbtöne, die in einem mathematischen Modell mit fester Schrittweite dargestellt werden, genießen keinen urheberrechtlichen Schutz. Dies ist vorteilhaft, denn so wird beispielsweise die Veröffentlichung von RGB- oder CYMK-Farbwerten der einzelnen Farben ermöglicht, sowie der Abgleich zu anderen Systemen oder die beliebig feine Berechnung von Zwischen- und Gegenfarben.

Über CIELAB

In der industriellen Farbpraxis, also in der Messung und in der Rezeptur von Farbe, gelten CIELAB und Spektraldaten heute als die wichtigsten Standards.

Der 1976 eingeführte, geräteunabhängige und vollständig rechenbare LAB-Farbraum ist gemäß ISO17972 standardisiert und wird von zahlreichen Anwendungsprogrammen und Austauschformaten der grafischen Industrie wie z.B. PDF, TIFF und JPEG unterstützt. Er erlaubt die urheberrechtsfreie Definition von beliebigen Farben.

Die ebenfalls mathematischen Modelle CMYK und RGB sind hingegen begrenzt auf die zugrunde gelegte Ausgabesituation, den sogenannten „Gamut“.

Der LAB-Farbraum ist im Gegensatz zu RGB und CMYK auch in sich gleichabständig. Das bedeutet: Ein gewisser Farbabstand (z.B. 2) sorgt für einen als in etwa gleich groß empfundenen Farbunterschied, egal in welchem Farbbereich er festgestellt wird. Hiermit kann Farbexaktheit sehr einfach kommuniziert werden. 

Für eine höhere Intuitivität der Farbwerte werden statt der Lab-Farbwerte die CIELAB-Polarkoordinaten HLC verwendet, welche für

  • H: Hue/Basisfarbton
  • L: Lightness / Helligkeit
  • C: Chromazität / Buntheit 

stehen. 

In der DIN SPEC 16699 „Offene Farbkommunikation“ werden Vorgehensweisen beschrieben, um Farbe vom Design bis zur Produktion professionell zu kommunizieren. Dies umfasst insbesondere die Produktion von Farbatlanten auf Basis des CIELAB HLC Farbraums, den Einsatz von Inkjet-Drucksystemen und die Nutzung von Spektraldaten im offenen CxF Format.

FreieFarbe e.V. fördert eine lizenzkostenfreie, offene Farbkommunikation, um in allen Anwendungsbereichen und farbgebenden Verfahren übereinstimmende Farbergebnisse zu ermöglichen. Als praktisches Hilfsmittel produziert der freieFarbe e.V. Farbatlanten auf Basis der DIN SPEC 16699 und stellt die dazugehören CIELAB- und Spektraldaten kostenlos zur Verfügung, um weitere Anwendungsbereiche zu erschließen (z.B. Farbrezeptur).

Spectral Spot Module: CIELAB HLC Farbatlas für voll digitale und nicht-standardisierte Druckumgebungen

Die HLC Colour Atlas Farbbibliotheken sind im kommenden Major Release von ColorGATE enthalten: im neuen Spectral Spot Module. So werden die Vorteile der offenen Farbkommunikation erstmals in voll digitale Produktionsumgebungen gebracht und effektives Brand Color Management ist auch in nicht-standardisierten Druckumgebungen, wie zum Beispiel im digitalen Verpackungsdruck, angekommen. 

Das Spectral Spot Module ermöglicht es, umfangreiche Sonderfarbtabellen zu erstellen und zu verwalten. Unterstützt werden Sonderfarbbeschreibungen, die im Format CxF/X4 gemäß ISO 179972-4 vorliegen. So wird im kommerziellen sowie industriellen Druckeinsatz die Reproduktionsgenauigkeit, insbesondere bei der Wiedergabe mittels Digitaldruck, verbessert. Von dieser innovativen Lösung profitiert der gesamte Produktionsworkflow, vom Designer über Prepress und Produktion bis hin zum Finishing.

„Als langjähriger Mitstreiter für akkurate und konsistente Farbe in der digitalen Produktion unterstützen wir gerne diese ausgezeichnet durchdachte und anwendungsfreundliche Initiative von freieFarbe e.V. und bieten unseren Anwendern somit auch einen günstigen Weg, Farben anwendungsübergreifend zu kommunizieren und zu teilen.“, sagt Thomas Kirschner, CEO und Gründer von ColorGATE.

„Wir freuen uns über die Partnermitgliedschaft und die gute Zusammenarbeit mit ColorGATE. Freie Farbkommunikation in den vielfältigen Anwendungsbereichen des modernen Inkjetdrucks öffnet das Tor zu neuen, teilweise ungeahnten Farb-Perspektiven“, sagt Holger Everding, Vorsitzender von freieFarbe e.V.

FESPA 2019

Auf der FESPA 2019, 14. - 17. Mai in München, präsentiert ColorGATE erstmals das neue Spectral Spot Moduel. An Stand K 26 in Halle B4 können Sie „trainierte und kundenorientierte Anwendungsspezialisten treffen, die Sie gerne zu Ihren persönlichen Herausforderungen im Bereich Commercial und Industrial Printing beraten“.

Auch Jan-Peter Homann von freieFarbe e.V. wird zeitweise vor Ort sein. Sie können sich über freieFarbe e.V. informieren und haben auch die Möglichkeit, Musterdrucke zu prüfen.

sbr / 13.05.2019